Der PELLETS-Ratgeber

Wie werden Holzpellets hergestellt? Wie funktioniert eine Pelletheizung und wie groß sollte ein Pelletlager sein? In unserem Ratgeber finden Sie Wissenswertes rund um Holzpellets, Pelletheizungen, Lagerung und Lieferung – einfach und verständlich erklärt.

Holzpellets sind kleine, zylindrische Presslinge aus Holz. Bei Pabst werden sie aus Nebenprodukten der Schnittholzproduktion hergestellt. Die Späne werden getrocknet, zerkleinert und anschließend unter hohem Druck durch die Öffnungen einer Matrize gepresst. Durch den Pressvorgang entstehen Pellets mit einheitlichen Abmessungen und definierten Brennstoffeigenschaften.

Vom Rohstoff zum Pellet

  • 1. Rohstoff: Sägespäne und Hackgut werden gesammelt und nach Zeltweg transportiert.
  • 2. Trocknung: Die Feuchtigkeit des Rohstoffs wird reduziert.
  • 2. Vermahlung: Das Rohmaterial wird auf eine geeignete Korngröße vermahlen.
  • 3. Trocknung: Anschließend wird das Material in großen Bandtrocknern getrocknet.
  • 4. Herstellung: Fünf Pelletpressen drücken das Rohmaterial unter hohem Druck durch gelochte Matrizen.
  • 5. Kühlung: Die frisch gepressten Pellets werden abgekühlt.
  • 6. Lagerung: Die fertigen Pellets werden in großen Betonsilos zwischengelagert.
  • 7. Verladung: Die fertigen Pellets werden entweder per Pump-LKW oder als Sackware verladen.

Erfahren Sie Schritt für Schritt, wie in unserem Pelletwerk in Zeltweg aus Sägespänen hochwertige Pellets entstehen.

Eine moderne Pelletzentralheizung arbeitet weitgehend automatisch. Die Pellets befinden sich in einem Lagerraum oder einem speziellen Lagersystem und werden über ein Förder- oder Saugsystem automatisch zum Pelletkessel transportiert.

Dort werden sie bedarfsgerecht verbrannt. Die dabei erzeugte Wärme wird wie bei anderen Zentralheizungen für Heizung und Warmwasser genutzt.

Komfort einer modernen Pelletheizung

  • Automatische Brennstoffzufuhr: Die Pellets gelangen selbstständig vom Lager zum Heizkessel.
  • Automatische Zündung: Der Kessel startet bei Wärmebedarf selbstständig.
  • Bedarfsgerechte Regelung: Die Heizleistung wird an den aktuellen Bedarf angepasst.
  • Kein manuelles Nachlegen: Anders als bei klassischen Scheitholzheizungen muss nicht laufend Brennstoff nachgelegt werden.
  • Automatische Reinigung: Viele moderne Anlagen verfügen über automatische Reinigungsfunktionen.
  • Komfortable Steuerung: Je nach Anlage erfolgt die Bedienung über Display, Raumregler oder Smartphone-App.

Damit verbindet eine Pelletzentralheizung den Brennstoff Holz mit dem Komfort einer automatischen Zentralheizung.

Der jährliche Pelletbedarf hängt insbesondere von Gebäudegröße, Dämmstandard, gewünschter Raumtemperatur, Warmwasserbedarf und Wirkungsgrad der Heizung ab.

Für die Umstellung von Heizöl auf Pellets kann als grobe Orientierung mit etwa 2 kg Pellets je Liter Heizöl gerechnet werden. Ein bisheriger Verbrauch von 2.000 Litern Heizöl entspricht damit ungefähr 4 Tonnen Pellets. proPellets verwendet ebenfalls diese Faustregel. proPellets Austria

Grobe Orientierung: Bisheriger Pelletsbedarf ungefähr

HeizölPellets
1.500 Liter3 Tonnen
2.000 Liter4 Tonnen
2.500 Liter5 Tonnen
3.000 Liter6 Tonnen
4.000 Liter8 Tonnen

Die tatsächliche benötigte Menge kann davon abweichen. Für eine genaue Berechnung sollten Gebäude und Heizsystem berücksichtigt werden.

Kontrollieren Sie Ihren Lagerbestand rechtzeitig vor Beginn der Heizsaison und planen Sie bei der Bestellung eine ausreichende Reserve ein.

Ein Pelletlager sollte möglichst so dimensioniert werden, dass ausreichend Brennstoff für einen längeren Zeitraum bevorratet werden kann. Bei entsprechender Dimensionierung kann ein Jahresbedarf eingelagert werden.

Als grobe Orientierung nennt proPellets rund 1,5 m³ Lagervolumen pro Tonne Pellets(Quelle: proPellets Austria) Bei einem Jahresverbrauch von beispielsweise fünf Tonnen ergibt sich daraus ein erforderliches Lagervolumen von ungefähr 7,5 m³.

Möglichkeiten der Pelletlagerung

Je nach Gebäude und Platzangebot kommen unterschiedliche Systeme infrage:

  • eigener Lagerraum
  • Gewebetank bzw. Sacksilo
  • vorgefertigte Lagersysteme
  • unterirdische Lagerlösungen

Bei der Planung sind nicht nur Volumen und Standort wichtig. Auch Befüllung, Entnahme, Belüftung und Zugänglichkeit müssen berücksichtigt werden.

Holzpellets müssen trocken und vor Feuchtigkeit geschützt gelagert werden. Feuchtigkeit kann dazu führen, dass Pellets aufquellen, ihre Festigkeit verlieren und für die automatische Förderung ungeeignet werden.

Ein Pelletlager benötigt darüber hinaus eine geeignete Belüftung. Holzpellets können geringe Mengen Kohlenmonoxid freisetzen, weshalb entsprechende Sicherheitsanforderungen für Lagerräume einzuhalten sind. proPellets verweist dafür auf die Anforderungen der ISO 20023. (Quelle: proPellets Austria)

Wichtig für ein Pelletlager

  • eigener Lagerraum
  • Gewebetank bzw. Sacksilo
  • vorgefertigte Lagersysteme
  • unterirdische Lagerlösungen

Bei Neubau oder Umbau sollte das Pelletlager von einem Fachbetrieb entsprechend den geltenden Anforderungen geplant werden.

Pellets sind sowohl lose für Zentralheizungen als auch abgefüllt in Säcken erhältlich. Welche Variante Sie benötigen, hängt vor allem von Ihrem Heizsystem ab.

Lose Pellets

Lose Pellets sind für Pelletzentralheizungen mit entsprechendem Pelletlager vorgesehen. Sie werden mit einem Silo-LKW angeliefert und über einen Schlauch direkt in den Lagerraum eingeblasen.

Geeignet für:

  • Pelletzentralheizungen
  • größere Verbrauchsmengen
  • automatische Fördersysteme
  • Bevorratung für längere Zeiträume

Pellets als Sackware

Sackware wird insbesondere für Pelletöfen und kleinere Bedarfsmengen verwendet. Die Säcke können einzeln gelagert und der Vorratsbehälter des Ofens von Hand befüllt werden.

Geeignet für:

  • Pelletöfen
  • kleinere Verbrauchsmengen
  • Gebäude ohne Pelletlager
  • flexible Bevorratung

ENplus ist ein Zertifizierungssystem für Holzpellets. Neben Anforderungen an das fertige Produkt umfasst das System auch Vorgaben und Kontrollen entlang von Produktion und Bereitstellung. (Quelle: Enplus)

ENplus A1 stellt unter anderem Anforderungen an:

  • Durchmesser und Länge
  • Wassergehalt
  • Aschegehalt
  • mechanische Festigkeit
  • Feinanteil
  • Heizwert
  • Schüttdichte
  • chemische Parameter

Warum ist die mechanische Festigkeit wichtig?

Pellets werden beim Transport, Einblasen und in Fördersystemen mechanisch beansprucht. Eine hohe Festigkeit reduziert das Zerbrechen der Pellets und damit die Entstehung von Feinanteil und Staub. ENplus weist ausdrücklich auf den Zusammenhang zwischen mechanischer Beanspruchung, Festigkeit und Feinanteil hin. (Quelle: Enplus)

Lose Pellets werden mit einem speziellen Silo-LKW angeliefert. Über einen Schlauch gelangen die Pellets vom Fahrzeug direkt in das Pelletlager.

Damit die Lieferung problemlos durchgeführt werden kann, müssen Zufahrt und Befüllsystem entsprechend ausgelegt sein. Als allgemeine Planungsempfehlung nennt proPellets für die LKW-Zufahrt mindestens 3 Meter Breite und 4 Meter Höhe; der Abstand zum Befüllstutzen sollte möglichst unter 30 Metern liegen. (Quelle: proPellets Austria)

Vor der Pelletlieferung

  • Lager und benötigte Menge prüfen.
  • Zufahrt für den Silo-LKW freihalten.
  • Befüll- und Absaugstutzen zugänglich machen.
  • Pelletheizung entsprechend den Herstellerangaben für die Befüllung vorbereiten.
  • Besonderheiten bei Zufahrt oder Pelletlager bereits bei der Bestellung bekannt geben.

Während der Lieferung

Der Fahrer schließt die erforderlichen Schläuche an und befüllt das Pelletlager. Dabei ist eine möglichst schonende Befüllung wichtig, da beim pneumatischen Transport zusätzliche Feinanteile entstehen können. (Quelle: Enplus)